Historischer Verein Audorf e.V.

 

 

 

Aktuelles und Berichte


Auswirkungen der Corona-Krise

Aufgrund der aktuellen Entwicklung musste der Verein den für den 20. Oktober geplanten Vortrag "Das Goldene Rössl" von Georg Impler leider absagen.


Da der Vereinsvorstand seine Verantwortung für die Gesundheit der Mitglieder ernst nimmt, werden geplante Veranstaltungen des Vereins bis auf Weiteres ausgesetzt. Wenn wir unsere Aktivitäten und Treffen wieder aufnehmen, werden wir u.a. hier sofort darüber informieren.

 

Rückblick

 

"Audorf im 19. Jahrhundert-Sehen, staunen, zeichnen malen-Carl Spitzweg und andere Maler"

Vortrag von Norbert Schön, 1. Vorsitzender des Historischen Vereins Audorf

Am 28. Februar war der Gemeindesaal der Evangelischen Kirche Oberaudorf voll besetzt. Mitglieder und Gäste waren gekommen, um dem Vortrag von Norbert Schön zu folgen, den er als Vertiefung des entsprechenden Abschnittes der letztjährigen Ausstellung „2500 Jahre Kunst in Audorf“ einordnete.

 


Pfarrkirche von Oberaudorf mit Zahmen Kaiser, Ölgemälde von Zamphigi

Zunächst beleuchtete N. Schön die Anfänge der Künstleraufenthalte in Audorf. Schön bebilderte seine Ausführungen mit den jeweiligen Kunstobjekten, sodass es für die Zuhörer sofort klar wurde, worum es geht.

Ein wichtiger erster Gast zum Ende des 18. Jahrhunderts war der Maler Johann Georg von Dillis–späterer Galeriedirektor König Ludwigs I. und Künstler in Einem–der sich in Oberaudorf aufhielt und diese für die Kunst so attraktive Gegend in die Residenzstadt München brachte. Während Dillis, Ludwig Neureuther und Josef Auer Männer und Frauen in Tracht um 1800 malten, kam 1824 mit Carl Rottmann ein Hauptvertreter der Münchner Landschaftsmalerei nach Oberaudorf und hielt den Schlossberg von Süden her gesehen fest. In seinen Aquarellen bemühte sich Rottmann um die naturgetreue Wiedergabe der markanten Felsmassen. Im Gegensatz dazu hat der Maler Max Joseph Wagenbauer in seinem Ölbild die schroffe Audorfer Landschaft mit einer Szene bäuerlichen Lebens verbunden. 

Im zweiten Kapitel schilderte Norbert Schön die Aufenthalte Carl Spitzwegs, der sich den gesamten Sommer des Jahres 1842 zu Studien in Oberaudorf aufhielt. Eine Reihe von Zeichnungen und Ölgemälde mit Motiven aus Oberaudorf und Umgebung bezeugen dies. Ausführlich ging Schön in diesem Zusammenhang darauf ein, wie groß die Bedeutung des Gasthauses "Weber an der Wand“ als markanter und einzigartiger Treffpunkt und Sujet der Bilder für die Künstler war. Das belegen auch die beiden noch erhaltenen Gästebücher dieses beliebten Ausfluglokales, die damit eine wichtige Quelle für die Erforschung der Audorfer Künstleraufenthalte darstellt: Mit dem "Weber an der Wand" hatten sie einen herrlichen Treff. So wundert es nicht, dass sich im Zeitraum von 1830 bis 1900 ca. 200 Künstler in die Gästebücher eingetragen haben.

Gasthaus Weber an der Wand, Ölgemälde von Ludwig Sckell

In seinem letzten Abschnitt nahm Schön die Zuhörer mit auf einen fiktiven Spaziergang von Niederaudorf über Oberaudorf nach Mühlbach, über den Inn in die Nähe des ehemaligen Wirtshauses „Sebi“ und hinauf auf die Almen im Brünnsteingebiet.

Der Zahme Kaiser vom Sebi aus gesehen, Ölgemälde von Ludwig Halauska

Seinen Bildervortrag brachte er wie folgt auf den Punkt:
  • Die Maler–egal ob jung oder älter, noch im Studium oder bereits etabliert-sie alle suchten für ihre künstlerischen Arbeiten als Vorlage die möglichst unberührte Landschaft und die "einfache" Landbevölkerung. In Audorf haben sie dafür ideale Bedingungen vorgefunden, auch wenn sie der Ort selbst als Motiv weniger interessierte.
  • Die Landbevölkerung und wie sie wohnte stand ebenfalls im Interesse etlicher Künstler.
  • Grundsätzlich, so Schön weiter, seien die Aufenthalte der Künstler in zwei Gruppen zu unterteilen: Solche, die sich nur auf der Durchreise z.B. nach Italien befanden und solche, die sich hier für längere Zeit zu Studienzwecken aufgehalten haben.
Am Ende seiner 90minütigen Bilderschau gab es den verdienten Beifall. Alle Zuhörer haben viel Information nach Hause mitgenommen, wie bildende Künstler Oberaudorf und Umgebung als wichtige Inspirationsquelle und Motivvorlage geschätzt und zudem zum Beginn des aufkommenden Tourismus beigetragen haben.


Jahreshauptversammlung 2020

Am 11. Februar fand im Gasthaus Alpenrose in Oberaudorf die Jahreshauptversammlung statt. 31 Mitglieder und die vollzählige Vorstandschaft wurden vom 1. Vorsitzenden Norbert Schön begrüßt. Nach dem Totengedenken informierte er in seinem Bericht über den wachsenden Mitgliederstand: 19 neue Mitglieder konnten gewonnen werden, sodass sich nunmehr 159 Mitglieder dem Historischen Verein Audorf angeschlossen haben. Schön informierte über die Aktivitäten der vergangenen Periode und gab einen Ausblick auf die kommenden Initiativen. Schriftführerin Sigrid Schön und Schatzmeister Bernd Vinzenz gaben anschließend ihre Berichte ab. Die von Bernd Vinzenz erläuterten Zahlen zu Einnahmen, Ausgaben und Kassenstand haben die beiden Kassenprüfer Reinhard Jahn und Hans Kanzler geprüft und abgesegnet. Daraufhin entlastete die Versammlung den Schatzmeister und den Vorstand. Bei der vom 1. Bürgermeister der Gemeinde Kiefersfelden Hajo Gruber übernommenen Neuwahl wurden alle vier Vertreter der Vorstandschaft in ihren Ämtern bestätigt und einstimmig wieder gewählt. Den letzten Tagungsordnungspunkt  nutzten die Mitglieder zur Vorbringung von Wünschen und Anregungen.


Erfolgreiche Ausstellung „2500 Jahre Kunst in Audorf“

Sicherlich Höhepunkt des Vereinsjahres 2019, aber auch für das Kulturleben in Oberaudorf selbst, war die zweiwöchige Ausstellung „2500 Jahre Kunst in Audorf – Von den Kelten bis Heute“, die der Historische Verein Audorf im August im Zuge seines 30jährigen Bestehens präsentiert hat.. 

Rund 600 Besucher sind in die Schulturnhalle gekommen, um 80 Kunst-Exponate aus mehr als 2500 Jahren zu besichtigen. Die Ausstellung kam sehr gut an. Dies zeigte sich an den hohen Verkaufszahlen des Ausstellungskataloges, der ebenfalls vom Historischen Verein konzipiert und verlegt wurde, ebenso wie in den überaus positiven Eintragungen im Gästebuch. Hier verewigten sich viele Besucher und hielten sich in ihrer Begeisterung nicht zurück. 


Den reich bebilderten Ausstellungskatalog gibt es nach wie vor für 5 € in der Tourist-Info der Gemeinde Oberaudorf als auch direkt beim Historischen Verein Audorf e.V. .


Die regionalen Medien haben ausführlich über die Ausstellung berichtet, u.a. das Regionalfernsehen Oberbayern rfo hat die Eindrücke der Ausstellung filmisch eingefangen.

 

 

Titelseite des Ausstellungskatalogs