Historischer Verein Audorf e.V.

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Ausstellung

zum 30 jährigen Vereinsjubiläum mit dem Thema  „2500 Jahre Kunst in Audorf“


Dauer der Ausstellung: Bis 25. August.

Ausstellungsort: Turnhalle der Volksschule Oberaudorf. 

Öffnungszeiten: Mo. bis Sa. täglich 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr

                           Sonntag: 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Der Eintritt ist frei.


Am Montag, 12. August, sendete RFO einen Bericht über die Vernissage. Dieser ist in der Mediathek des RFO zu sehen.


Zur Ausstellung liegt ein reich bebildeter Katalog vor, der alle 80 Exponate zeigt. 

Aus der Keltenzeit, der Reihengräberzeit des 7. Jh. und aus dem Mittelalter zeugen die in Oberaudorf gefundenen Artefakte von dem frühen Interesse der Menschen an künstlerisch gestalteten Objekten. 

Eine Reihe von Audorfer Künstlern hat in Kirchenbauwerken und Profanbauten ihre Spuren in Form von Tafelbildern, Ausmalungen und verzierten Holzarbeiten hinterlassen. 

Schwerpunkt der Ausstellung bilden die Arbeiten der Maler des 19. Jhs., deren Gemälde, Aquarelle und und Zeichnungen Oberaudorf und Umgebung trefflich wiedergeben.

Dem bei den Oberaudorfern so beliebten Maler Paul Felgentreff wird eine eigene Abteilung gewidmet, ist er doch mit seinen Werken in so mancher Audorfer und Mühlbacher Stube heute noch präsent. 

Auch die leidenschaftliche Oberaudorfer Malerin Wally Wukowitz findet in der Ausstellung einen würdigen Platz und ist mit Gemälden aus allen Schaffensperioden vertreten. 

Den Abschluss der Kunstausstellung bilden die Werke der beiden Oberaudorfer Bildhauer Joachim Berthold und Wolfgang Wright.

Titelseite des Ausstellungskatalogs


Der Historische Verein Audorf e.V. freut sich auf viele interessierte Besucher. 



Vortrag „Kelten am Alpenrand Inntal – Saalach- und Salzachtal im Vergleich“ 

Am 9. Mai konnte der 1. Vorsitzende des Historischen Vereins Audorf, Norbert Schön, im Kursaal der Gemeinde Oberaudorf den Münchner Archäologen und Kelten-Experten Dr. Walter Irlinger, Abteilungsleiter beim bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, begrüßen. Zahlreiche Mitglieder und Gäste verfolgten einen spannenden Vortrag über die keltischen Großsiedlungen Manching und Kelheim verfolgen. Dr. Irlinger, vielen Anwesenden als ausgewiesener Experte für diese Zeit von früheren Veranstaltungen schon bekannt, referierte vorbereitend auf die geplante Exkursion nach Kelheim mit vielen Bildern und ausführlichen Schilderungen. 



   
Archäologe Dr. Irlinger bei seinem Vortrag

In seinem Vortrag ging er zunächst auf die Unterschiede der beiden keltischen Siedlungen ein, die im 3. bis 1. Jahrhundert v. Chr. entstanden waren. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal war die geografische Lage: Während sich das Oppidum Manching in der Ebene erstreckte, befand sich die Großsiedlung Kelheim auf einem Höhenplateau, dem Michelsberg. Auch in der Konstruktion des Ringwalles um die Siedlung unterschieden sich beide: In Manching findet man kastenförmige Holzkonstruktionen, die mit Steinen aufgefüllt wurden. In Kehlheim dagegen sind es Eichenpfähle großer Dimension, die in geringem Abstand aufgestellt und deren Zwischenräume mit Steinen aufgefüllt wurden. In diesem Zusammenhang wies Dr. Irlinger auf den enormen Holzverbrauch hin, den die Errichtung derartiger umfangreicher Wehranlagen sowie der Bau der keltischen Holzhäuser nach sich zog. Ein weiterer gravierender Unterschied liegt im Umfang der archäologischen Erschließung beider Siedlungen. Das Oppidum Manching musste notgedrungen wegen der anstehenden umfangreichen Nutzung des Areals großflächig archäologisch bearbeitet werden. In Kehlheim dagegen wurden nur geringe Teile der gesamten keltischen Siedlungsfläche untersucht. Dr. Irlinger erklärte die keltischen Siedlungsstrukturen, die Ernährung der keltischen Bevölkerung und insbesondere auch deren handwerkliche Fertigkeiten bis hin zum obertägigen Erzabbau und der Eisengewinnung. Eine Besonderheit stellten die der befestigten Siedlung vorgelagerten Viereckschanzen dar. Einen Großteil des Vortrages verwendete Dr. Irlinger auf die Beschreibung des Ablaufes der Exkursion und der zu besichtigenden Einrichtungen.  
Mit seinem Vortrag hatte Dr. Irlinger das Interesse der Zuhörer derart geweckt, dass sich danach eine ausführliche Diskussion anschloss. Zum Schluss war das große Interesse der Zuhörer an der folgenden Exkursion spürbar. Der Vorsitzende Norbert Schön schloss mit Blick auf die Uhr die Veranstaltung, bedankte sich beim Referenten Dr. Walter Irlinger und wünschte allen Teilnehmern einen guten Heimweg.


Exkursion am 23.Mai nach Kelheim

Nach dem tagelangen Dauerregen hatte der Wettergott mit den Mitgliedern und Gästen des Historischen Vereins, die sich mit dem Bus auf den Weg nach Kelheim zum Archäologischen Museum machten, ein Einsehen, und bescherte uns für unsere Exkursion einen wunderbaren sonnigen Tag. Dr. Walter Irlinger vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der freundlicherweise für den Historischen Verein Audorf die Exkursion geplant hatte, führte die Teilnehmer zuerst zum alten Hafen an der Mündung des Ludwig-Donau-Main-Kanals in Kelheim, erbaut in den Jahren 1836-1845, um uns mit der geografischen Lage und Landschaft vertraut zu machen. 


Dr. Irlinger erläutert im Kelheimer Hafen die Geschichte des    Ludwig-Donau-Main-Kanals

Dann ging es weiter in das 1908 gegründete Museum, welches sein Domizil 1981 in einem städtischen Getreidespeicher aus dem 15. Jh., dem spätgotischen Herzogskasten, bezog. Der Schwerpunkt des Museums liegt auf der Entwicklungsgeschichte Kelheims und Umgebung und umfasst die Zeit vom Neandertaler des Altmühltales bis in die ersten Jahrhunderte nach Chr..


Museumsleiter Dr. Sorcan (ganz hinten rechts) begrüßt die Exkursionsteilnehmer im Archäologischen Museum von Kelheim

Für uns waren besonders die Artefakte des keltischen Oppidums „Alkimoennis“ (1. Jh. v. Chr.) auf dem Michelsberg und aus der Keltensiedlung (4. bis 1. Jh. v. Chr.) am Zusammenfluss von Altmühl und Donau interessant, die sich zahlreich im Museum befinden. Deren Geschichte und die Ergebnisse der Ausgrabungen wurden uns vom Museumsleiter Dr. Bernd Sorcan und Dr. Irlinger in anschaulicher und humoriger Form nahe gebracht. Vom Neandertaler über die Jungsteinzeit, Bronzezeit, bis zur Urnenfelder- und Latenezeit erfuhren wir anhand unzähliger Ausstellungsstücke eine Menge über das Leben, Arbeiten und Sterben der damaligen Menschen. Besonders interessierten uns die Artefakte aus der Vorgeschichte, also der Urnenfelderzeit und der keltischen Besiedlung, da ähnliche Stücke auch in Oberaudorf bei Ausgrabungen am Brandopferplatz auf dem Gscheierbichl und auf dem Burgberg gefunden wurden.   


Dr. Sorcan erklärt die Funde aus der Urnenfelderzeit ca. 1200 bis 800 v. Chr.



Dr. Irlinger erläutert die keltischen Funde aus der Eisenzeit

Daran konnte man erkennen, dass bereits zu dieser Zeit mit vielen Ländern Handel getrieben wurde. Die Zeit verging wie im Flug, und bei einem anschließenden Mittagessen im „Gasthof Weißes Lamm“ konnten wir uns von den vielen interessanten Eindrücken ein wenig erholen

Von da ging es weiter zur Besichtigung eines keltischen Stadttores, welches nach archäologischen Ausgrabungen an der äußeren Stadtmauer rekonstruiert wurde. Da die hölzernen Bestandteile des Tores im Laufe der Zeit vergangen waren, wurde lediglich die ehemalige Architektur rekonstruiert. Die keltische Stadt gehört mit einer Fläche von 650 ha zu den größten Süddeutschlands. Sie war von einer 10 km langen inneren und äußeren Mauer in Pfostenschlitztechnik umgeben, die dem Schutz der Bevölkerung und dem Ansehen der keltischen Elite diente. Zugang ins Innere erfolgte durch drei Zangentore. Alkimoennis bzw. Kelheim war ein 

bedeutender Wirtschafts- und Handelsstandort in der Keltenzeit. 


 Dr. Irlinger zeigt die Bauweise eines sog. Zangentores und der keltischen Stadtmauer an der Rekonstruktion in Kelheim

Der Bus brachte uns dann zum Michelsberg oberhalb der Stadt Kelheim, wo wir  die Befreiungshalle ansehen konnten, die als Andenken an die gewonnen Schlachten gegen Napoleon während der Befreiungskriege 1813 – 1815 von König Ludwig I von Bayern in Auftrag gegeben worden ist. Vom Michelsberg aus hatte man einen besonders schönen Blick auf den Donaudurchbruch „Weltenburger Enge“ mit dem gewaltigen Hochwasser des Flusses, der uns sehr beeindruckt hat. 

Blick vom Michelsberg auf die „Weltenburger Enge“

Anschließend führte uns Dr. Irlinger zu den Überresten der keltischen Stadtmauer in den angrenzenden Wald, wo auch die Fundstätten der keltischen Eisenerz-Gruben zu sehen waren.


Dr. Irlinger an den Resten der keltischen Stadtmauer auf dem Michelsberg

Unseren vorgesehenen Besuch des Klosters Weltenburg konnten wir leider auf Grund des dortigen Hochwassers nicht durchführen und fuhren statt dessen nach Abensberg, wo wir uns im Biergarten einer Brauerei, bekannt durch den „Hundertwasser-Turm“, erfrischen konnten und gleichzeitig dortige Projekte des Künstlers Friedensreich Hundertwasser bewunderten. 

 

Nach diesen vielen interessanten Eindrücken traten wir gestärkt und zufrieden die Heimfahrt an, wo wir wohlbehalten um 19 Uhr wieder eintrafen.