Historischer Verein Audorf e.V.

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Aktuelles und Berichte


Auswirkungen der Corona-Krise

Da der Vereinsvorstand seine Verantwortung für die Gesundheit der Mitglieder sehr ernst nimmt, hat er sich aufgrund der neuesten Entwicklungen (Schulschließungen, Absage von Veranstaltungen, etc.) entschlossen, sämtliche Veranstaltungen des Vereins bis auf weiteres auszusetzen und auch keine neuen Veranstaltungen zu planen!

Dies gilt auch für die Exkursion nach Regensburg am 31. März !

Über die weitere Entwicklung hinsichtlich unserer Vereinsaktivitäten werden wir Sie/Euch per Email, Homepage und OVB informieren.


Vortrag "Audorf im 19. Jahrhundert   Sehen, staunen, zeichnen malen   Carl Spitzweg und andere Maler"

 

 

Am 28. Februar konnte der 1. Vorsitzende des Historischen Vereins Audorf, Norbert Schön, im voll besetzten Gemeindesaal der Evangelischen Kirche Oberaudorf Mitglieder und Gäste begrüßen. Nahtlos leitete er zu seinem Vortrag „Audorf im 19 Jahrhundert   Sehen, staunen, zeichnen, malen   Carl Spitzweg und andere Maler“ über, der durchaus als Vertiefung des entsprechenden Abschnittes der letztjährigen Ausstellung „2500 Jahre Kunst in Audorf“ zu sehen ist.

 


Pfarrkirche von Oberaudorf mit Zahmen Kaiser, Ölgemälde von Zamphigi

Im ersten Teil des reich mit Abbildungen von Zeichnungen, Aquarellen und Ölgemälden bestückten Vortrages ging N. Schön auf die Anfänge der Künstleraufenthalte in Audorf ein. Zum Ende des 18. Jahrhunderts war es Johann Georg von Dillis – späterer Galeriedirektor König Ludwigs I. und Künstler in Einem – der sich in Oberaudorf aufhielt und diese für die Kunst so attraktive Gegend in die Residenzstadt München brachte. Während von Dillis, Ludwig Neureuther und Josef Auer Audorfer Männer und Frauen in Tracht um 1800 gezeigt wurden, kam 1824 mit Carl Rottmann ein Hauptvertreter der Münchner Landschaftsmalerei nach Oberaudorf und hielt den Schlossberg von Süden her gesehen fest. Während sich Carl Rottmann bei seinen Aquarellen ausschließlich um die naturgetreue Wiedergabe der markanten Felsmassen bemüht, verbindet Max Joseph Wagenbauer in seinem Ölbild die schroffe Audorfer Landschaft mit einer Szene bäuerlichen Lebens. 
Im zweiten Kapitel schilderte N. Schön die Aufenthalte Carl Spitzwegs, der sich den gesamten Sommer des Jahres 1842 zu Studien in Oberaudorf aufhielt. Eine Reihe von Zeichnungen und Ölgemälde mit Motiven aus Oberaudorf und Umgebung bezeugen dies. Selbstverständlich kam N. Schön bei seinem Vortrag nicht umhin, ausführlich auf das Gasthaus „Weber an der Wand“ einzugehen und auf dessen Bedeutung für die Künstleraufenthalte hinzuweisen. So waren die beiden - Gott sei Dank - noch erhaltenen Gästebücher dieses beliebten Ausfluglokales eine wichtige Quelle für die Erforschung der Audorfer Künstleraufenthalte.

Gasthaus Weber an der Wand, Ölgemälde von Ludwig Sckell

In seinem letzten Abschnitt nahm N. Schön die Zuhörer auf einen fiktiven Spaziergang von Niederaudorf über Oberaudorf nach Mühlbach, über den Inn in die Nähe des ehemaligen Wirtshauses „Sebi“ und hinauf auf die Almen im Brünnsteingebiet, mit.

Der Zahme Kaiser vom Sebi aus gesehen, Ölgemälde von Ludwig Halauska

Seinen Bildervortrag fasste er dann wie folgt zusammen:
  • Die Maler – egal ob jung oder älter, noch im Studium oder bereits etabliert -  suchten die möglichst unberührte Landschaft, der Ort selbst interessierte sie als Motiv nicht. In Audorf haben sie hierfür ideale Bedingungen vorgefunden.
  • Die Landbevölkerung und wie sie wohnte stand ebenfalls im Interesse etlicher Künstler.
  • Grundsätzlich könnte man die Aufenthalte in zwei Gruppen unterteilen: Solche, die sich nur auf der Durchreise z.B. nach Italien befanden und solche, die sich hier für längere Zeit zu Studienzwecken aufgehalten haben.
  • Mit dem Weber an der Wand hatten sie einen herrlichen Treff. So wundert nicht, dass sich im Zeitraum von 1830 bis 1900 ca. 200 Künstler in das Gästebuch eingetragen haben.
Der herzliche Beifall am Ende seines 90minütigen Vortrages zeigte dem Referenten, dass er mit seiner Bilderschau und seinen lebhaften Schilderungen zum besseren Verständnis der Bedeutung Audorfs am Beginn des aufkommenden Tourismus beigetragen hat.

 


Jahreshauptversammlung 2020

Am 11. Februar fand im Gasthaus Alpenrose in Oberaudorf die diesjährige Jahreshauptversammlung statt. Unter Anwesenheit aller vier Mitglieder der Vorstandschaft konnte der 1. Vorsitzende Norbert Schön  31 Mitglieder begrüßen. Nach dem Totengedenken informierte er in seinem Bericht über den Mitgliederstand - ein Anstieg um 19 neue Mitglieder auf nunmehr 159 Mitglieder - , alle Aktivitäten im vergangenen Vereinsjahr und einen Ausblick auf kommende Aktivitäten. Schriftführerin Sigrid Schön und Schatzmeister Bernd Vinzenz gaben danach ihre Berichte ab. Die von Bernd Vinzenz erläuterten Zahlen zu Einnahmen, Ausgaben und Kassenstand haben die beiden Kassenprüfer Reinhard Jahn und Hans Kanzler geprüft und abgesegnet. Daraufhin entlastete die Versammlung den Schatzmeister und den Vorstand. Bei der vom 1. Bürgermeister der Gemeinde Kiefersfelden Hajo Gruber übernommenen Neuwahl wurden alle vier Vertreter der Vorstandschaft in ihren Ämtern bestätigt und einstimmig wieder gewählt. Den letzten Tagungsordnungspunkt  nutzten die Mitglieder zur Vorbringung von Wünschen und Anregungen.


Erfolgreiche Ausstellung „2500 Jahre Kunst in Audorf“

Im Rahmen seines 30jährigen Bestehens zeigte der Historische Verein Audorf e.V. die Ausstellung „2500 Jahre Kunst in Audorf – Von den Kelten bis Heute“. 

Die zwei Wochen dauernde Ausstellung haben rund 600 Besucher gesehen, die sich – ob aus Oberaudorf oder von außerhalb – einhellig positiv über das Gezeigte äußerten. Erfreulich war auch der Verkauf des Ausstellungskataloges. Sehr viele Besucher gaben ihre Eindrücke im Gästebuch wieder. 

Der Historische Verein Audorf e.V. bedankt sich bei den vielen  Besuchern. 

Der reich bebilderte Ausstellungskatalog, der alle 80 Exponate zeigt, ist in der Tourist-Info der Gemeinde Oberaudorf und beim Historischen Verein Audorf e.V. zum Preis von 5 € erhältlich.

 

 

Titelseite des Ausstellungskatalogs