Historischer Verein Audorf e.V.

Alle Informationen

 

 

Aktuelles und Berichte




Kommende Veranstaltungen



Ausstellung

zum 30 jährigen Vereinsjubiläum mit dem Thema  „2500 Jahre Kunst/-handwerk in (Ober-) Audorf“  vom 10. bis 25. August in der Turnhalle der Volksschule Oberaudorf. Vernissage am 9. August.



Tagung „Archäologie in Oberbayern 2018“


Auf Initiative des Historischen Vereins Audorf und des Landesamtes für Denkmalpflege fand vom 26. bis 28. Oktober die diesjährige gemeinsame Tagung von Landesamt und Gesellschaft für Archäologie in Bayern e.V. in Oberaudorf statt. Dass eine derart umfassende Veranstaltung und von nahezu 200 Archäologen und archäologisch Interessierten im Audorfer Kursaal stattfinden konnte, ist dem Mitwirken der Gemeinde Oberaudorf, voran Bürgermeister Hubert Wildgruber, zu verdanken. Auch eine große Anzahl von Mitgliedern des Historischen Vereins Audorf nahm die Gelegenheit wahr, aus berufenem Munde insbesondere in den Fachvorträgen zu Audorfer Grabungs- und Forschungsergebnissen der letzten rund 20 Jahre in Wort und Bild informiert zu werden. Dies betraf Vorträge zur Keltensiedlung am Burgberg, zur Höhlenburg in der Luegsteinwand (Grafenloch) in Mühlbach und zur Auerburg.


Mittelalterliche Höhlenburg „Luegsteinhöhle (Grafenloch)


Festvortrag „Mittelalterliche Mühlsteinbrüche im Inntal“ von Professor Dr. Wolfgang Czysz


Im Rahmen der Tagung fand auch ein trotz des Dauerregens von vielen Teilnehmern angenommener historischer Spaziergang zur Auerburg, zum Luegsteinsee, vorbei am Gasthaus Weber an der Wand und ins Burgtor-Museum statt. Nach der Veranstaltung lobten viele Teilnehmer die hervorragende Organisation. Der Veranstaltungsleiter Professor Dr. Bernd Päffgen von der Gesellschaft für Archäologie bedankte sich ausdrücklich bei der Gemeinde Oberaudorf und beim Historischen Verein Audorf für die tatkräftige Unterstützung. 



Exkursion zur Bayerischen Landesausstellung im Kloster Ettal "Wald, Gebirg und Königstraum“ 

Am 19. Oktober besuchte der Historische Verein Audorf mit zahlreichen Mitgliedern und Gästen die Landesausstellung im Kloster Ettal, welches im Jahre 1330 von Kaiser Ludwig dem Bayern gegründet wurde. Das Veranstaltungsjahr 2018, gleichzeitig das Jubiläumsjahr 100 Jahre Freistaat Bayern, ließ allerhand erwarten. In der Früh ging es bei schönem Herbstwetter los mit dem Bus. Nach der  Ankunft gab es Zeit und Gelegenheit, über das Klostergelände zu spazieren und die Basilika zu besichtigen. 


Landesausstellung im Kloster Ettal
 
In zwei Gruppen wurde dann von sehr kompetenten Mitarbeitern sachkundig und zum Teil sehr humorig durch die Ausstellung geführt. Durch die relativ kleinen Ausstellungsräume des Klosters erschloss sich den Teilnehmern eine Ausstellung fast „zum Anfassen“.Zuerst wurde einem die Geschichte des Waldes nahe gebracht, der das Ergebnis der langen gemeinsamen Geschichte von Mensch und Natur ist und vor 12.000 Jahren mit der Eiszeit begann. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich der Mischwald durch Verbrauch ungeheurer Holzmassen und Kahlschläge zu einem Wald wie wir ihn heute kennen, überwiegend als Monokultur. Er bietet wertvollen Lebensraum für Mensch und Tier. Heute ist mehr als die Hälfte des Waldes in der Hand von fast 700.000 Waldbesitzern. Das Betreten des Waldes ist für jedermann seit Beginn des 19. Jahrhunderts ein Gewohnheitsrecht und sogar in der Bayerischen Verfassung verankert. Dies jedoch immer auf eigene Gefahr. Eine besondere Attraktion war der ausgestellte keltische Einbaum von 13 m Länge, der aus einem einzigen Stück Holz besteht und 3000 Jahre im Starnberger See verborgen lag. Erstaunlicherweise wurde auch ca. 600 Jahre altes Bauholz aus dem Dachstuhl des im Krieg zerstörten Münchner Doms zu Geigen verarbeitet, wie in der Ausstellung zu bewundern ist. 


Ausstellungsführer erklärt die vielseitige Verwendung von Holz


Weiter ging es über ausgestellte Werke bedeutender Landschaftsmaler des des 19. Jahrhunderts. Zuerst waren die Gemälde noch vom Stil des Barock und Klassizismus geprägt, später machten die Künstler die Natur selbst zum Mittelpunkt ihrer Abbildungen. Gezeigt wurden Werke der Maler Johann Georg von Dillis, Max Josef Wagenbauer, Johann Jakob Dorner, Wilhelm von Kobell, Eduard Schleich und anderer. Durch diese Malerei wurden die Stadtbewohner animiert, hinaus auf das Land, an die Seen und ins Gebirge zu gehen. Großen Einfluss auf das Bild Bayerns in der Welt hatte der Maler Heinrich Bürkel, dessen Gemälde mit den Darstellungen der Gebirgslandschaft und Szenen des bäuerlichen Lebens u.a. in die Vereinigten Staaten, London und andere Städte Europas verkauft wurden. 

Die Ausstellung führte dann zu den Wittelsbachern: Über die Könige Max I. Joseph bis zum „Kini“ Ludwig II, präsentierte die Ausstellung deren Eigenheiten und besonderen Verdienste um ihr Bayernland. Fotografien, Bekleidung und alltägliche Gegenstände unterstützten dies. Alsbald begann die Zeit der Sommerfrischler und damit der Tourismus-Boom im bayerischen Voralpenland. Durch den Bau der Eisenbahn ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm dieser einen rasanten Fortgang und bot den Bewohnern der ländlichen Gegenden Möglichkeiten zum einträglichen Nebenerwerb. Es wurde alles zur Unterhaltung der Gäste getan, die Tracht wurde wieder entdeckt und auch getragen. Dieses Bild von (Ober)Bayern ist heute weltweit bekannt und präsent.

Als letzte Station der Ausstellung wurde den Teilnehmern in einer perfekten Videoschau der Schlösser-Traum von Ludwig II., untermalt mit Musik Richard Wagners, nahegebracht. Ludwig II hatte zahlreiche Pläne zur Erbauung diverser Schlösser in den umliegenden Bergen, die er selbst immer wieder veränderte. Als das Vermögen des Königs „verbaut“ war und die Minister kein Geld mehr für die immensen und völlig aus dem Ruder gelaufenen Kosten bewilligten, blieb es  letztendlich bei der Realisierung der Schlösser Neuschwanstein, Burgschloss Falkenstein, Linderhof und Herrenchiemsee sowie des Schachenschlosses. Ludwig weigerte sich Zeit seines Lebens, ein Bürgerkönig zu sein und sein Leben endete, wie jeder weiß, auf besonders tragische Art. Er hat jedoch mit seiner regen Bautätigkeit etwas Einmaliges für die Nachwelt hinterlassen und Bayern in aller Welt bekannt gemacht. 


Die Exkursionsteilnehmer einer Gruppe vor dem König Ludwig-Rundbau


Nach diesem Gang durch die beeindruckende Natur und Geschichte Bayerns konnten sich die Teilnehmer im Klosterhotel bei einem guten Mittagessen von den vielen Eindrücken erholen.

Auf der Rückfahrt von Ettal gab es einen Zwischenstop im Kloster Benediktbeuern. Nach einer Kaffeepause bei angenehm warmer Herbstsonne im Garten des Kloster-Kaffees konnten die Exkursionsteilnehmer mit einem ausgezeichneten Kenner des Klosters die Basilika besichtigen. Keine Frage blieb unbeantwortet, und auch hier konnten die Teilnehmer viel Interessantes zur Geschichte des Klosters und der Basilika erfahren. 


Führung im Kreuzgang des Klosters Benediktbeuren


Auf der Rückfahrt nach Oberaudorf ließen die Teilnehmer das Erlebte Revue passieren und waren sich einig: Es war eine besonders gelungene Exkursion und ein schöner Tag!



Besuch der Jubiläumsaufführung 400 Jahre Kieferer Ritterspiele am 16. September 2018 


Am letzten Spieltag besuchten Mitglieder und Gäste des Historischen Verein Audorf die ausverkaufte Jubiläumsinszenierung des Ritterdramas „Kaiser Oktavianus, oder die unschuldig mit ihren Kindern in das Elend vertriebene Kaiserin Dianora“. Hier wurde noch mit echten Eisenschwertern gekämpft und alle Darsteller waren, wie schon vor 400 Jahren, spielbegeisterte Kieferer. Sogar ein bekannter Kieferer Geistlicher stellte seine Schauspielbegabung  mit viel Talent und Spielfreude unter Beweis. Die Barockdrehbühne mit ihren umklappbaren Kulissen ist eine große Besonderheit. In einer Pause der Aufführung führte Rudolf Erhard, ehemals Redakteur des Bayerischen Rundfunk, Hausjournalist der Ritterspiele und Verfasser der zum 400jährigen Jubiläum erschienenen Festschrift, hinter die Bühne und informierte über die für den Spielbetrieb notwendige Technik und das Herrichten der Szenenbilder und Geräusche. Geduldig und ausführlich beantwortete Rudolf Erhard alle Fragen. 

 

Ehemaliger BR-Redakteur Rudolf Erhard erläutert die Bühnentechnik


Danach ging es weiter im Spiel, wo nach ca. 3 Stunden das Elend der unglücklichen Kaiserin Dianora natürlich ein gutes Ende fand. Begeistert von dieser Aufführung und dem vollen  körperlichen Einsatz der Mitwirkenden bei den gegenseitigen Kämpfen, von der Musik und der Spielfreude aller Darsteller waren sich die Teilnehmer einig: Im nächsten Jahr ist der Historische Verein Audorf wieder dabei! Anschließend bendeten die Teilnehmer den Nachmittag beim Schaupenwirt mit viel Hallo.



Mitglieder des Historischen Vereins Audorf besuchten das Blaahaus in Kiefersfelden 

Am 16. Juni besuchten 18 Vereinsmitglier das Blaahaus in Kiefersfelden. Teils mit dem Fahrrad, teils mit PKW machte man sich auf den Weg in die Kiefer. Dort begrüßten der Museumsführer Peter Neumann und Ortschronist Martin Hainzl die Vereinsmitglieder und führten durch das Ende des 17. JH erbaute Blaahaus.

    

Begrüßung von Museumsführer Peter Neumann und Ortschronist Martin Hainzl vor dem Blaahaus


Dieses wurde 1996 um einige hundert Meter versetzt und zum heutigen Museum umgestaltet. In zahlreichen Räumen wurde hier die Vergangenheit von Kiefersfelden mit Bezug auf Kultur, Industrie, Ortsgeschichte und Grenzverkehr zum Leben erweckt. Viele Exponate, Schautafeln und Modelle waren zu sehen. Besonders die zahlreichen historischen Fotos fanden bei den Besuchern großen Anklang und bei vielen gab es ein persönliches Wiedererkennen. Die beiden Blaahaus-Kenner erklärten anschaulich und sehr ausführlich alles, was es zu sehen gab, und das war nicht wenig. 


Erklärung des Ortsmodells aus dem Jahre durch Peter Neumann


Besonders der Raum mit den Kostümen der Ritterspiele und die von Martin Hainzl dargebotene schauspielerische Einlage waren großartig. Nach mehr als 2 Stunden hatten die Teilnehmer noch immer nicht alles gesehen und waren entschlossen, bald wieder einmal das Blaahaus zu besuchen. Nach diesen für Körper und Geist anstrengenden Stunden folgte zur Erholung eine Einkehr beim Schaupenwirt, wo der Nachmittag in fröhlicher Runde ausklang. 

 


Vortrag „Kelten am Alpenrand Inntal – Saalach- und Salzachtal im Vergleich“ und Exkursion nach Hallein, zum Dürrnberg und zum Karlstein mit dem Historischen Verein Audorf e.V. 
 

Am 6. April konnte der 1. Vorsitzende des Historischen Vereins Audorf, Norbert Schön, im voll besetzten Gemeindesaal der evangelischen Kirche in Oberaudorf den Münchner Archäologen und Kelten-Experten Dr. Irlinger, Abteilungsleiter beim bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, begrüßen.   

 

Vorbereitend auf die geplante Exkursion nach Hallein, zum Dürrnberg und zum Karlstein bei Bad-Reichenhall nahm Dr. Irlinger Vereinsmitglieder und Gäste  auf eine spannende Zeitreise in das 6. Jh. v. Chr bis um Christi Geburt in die Welt der Kelten mit. Da die Kelten keinerlei schriftliche Aufzeichnungen hinterlassen haben, ist man auf Funde angewiesen, die von den Archäologen bei den bisher erfolgten Ausgrabungen entdeckt wurden. In seinem gesamten Vortrag wies Dr. Irlinger immer wieder darauf hin, dass alle drei Standorte den Ausgang aus einem Alpental markieren. Im Fall von Oberaudorf und Karlstein lagen sie zudem an einem wichtigen Transportweg über die Alpen, bei der Ansiedlung am Dürrnberg standen die Salzvorkommen im Vordergrund. Dort haben archäologische Untersuchungen ein System von Bergwerksstollen von rund 5,5 km Länge entdeckt. 

 

Stets lagen die keltischen Siedlungen an markanten geologischen Stellen in erhöhter sicherer Position. Anhand von Skizzen der Ausgrabungsstätten und Fotos dieser Funde konnte Dr. Irlinger ein genaues Bild des Lebens dieser Menschen zeichnen. Seine detaillierten Ausführungen nahmen die Anwesenden gefangen, besonders auch jene über die in Oberaudorf am Burgberg gemachten Funde aus der Zeit der Kelten. Dass Oberaudorf  durch seine geografisch  günstige Lage eine wichtige Station auf den Handelswegen der keltischen Zeit gewesen ist, zeigen die qualitätvollen ausgegrabenen Schmuckstücke, Werkzeuge und Münzen.. Das Besondere an den Oberaudorfer Funden ist, dass sie die gesamte Zeitspanne der Keltenzeit von 600 v. Chr. bis um Christi Geburt abdecken. Das findet man bei den Funden vom Dürrnberg und vom Karlstein nicht! Die Fundstücke vom Oberaudorfer Burgberg sind im Burgtormuseum zu besichtigen. Laut Dr. Irlinger würde es sich lohnen, in Oberaudorf nach weiteren keltischen Siedlungsspuren zu suchen, da bisher beispielsweise kein Gräberfeld bekannt ist. Nach Beendigung seiner Ausführungen schloss sich eine lange Diskussion und Fragestellung an, die das große Interesse der Anwesenden an diesem Thema deutlich machte. Dr. Irlinger musste schließlich auf die bevorstehende Exkursion verweisen, die eine Vertiefung seines Vortrags bringen und viele der offen gebliebenen Fragen beantworten würde. Norbert Schön dankte ihm für seine überaus interessanten Ausführungen und wünschte allen Anwesenden einen guten Heimweg. 

Bei der Exkursion am 20. April nach Hallein, zum Dürrnberg und zum Karlstein bei Bad Reichenhall hatte der Wettergott ein Einsehen und so konnte sie bei schönstem Wetter starten. Der voll besetzte Bus brachte Vereinsmitglieder und Gäste, zur ersten Station, dem Keltenmuseum in Hallein.

 

Dr. Irlinger informiert über den Ablauf der Exkursion












Das Keltenmuseum in Hallein


Hier empfing Dr. Wendling, Leiter des Museums, die Teilnehmer und führte durch die Ausstellung . Er erläuterte ausführlich die vorhandenen Exponate, die spektakuläre keltische Kunst, Gräberfunde, Schmuck, Waffen u. Alltagsgegenstände zeigt. Anhand eines Modells erklärte er die Topografie der Keltensiedlung am Dürrnberg. 


Museumsleiter Dr. Wendling erläutert die Topografie der Keltenansiedlung am Dürrnberg


Das besondere an diesem keltischen Siedlungsstandort ist, das er in einem Feuchtgebiet liegt, sodass auch organische Materialien wie Stoffreste erhalten sind. Als Highlight konnte die 2.500 Jahre alte keltische Schnabelkanne vom Dürrnberg bestaunt werden. Diese ist eine Dauerleihgabe des Salzburger Museums. Hallein und der Dürrnberg blicken auf eine Jahrtausende alte Besiedlungsgeschichte zurück. Die schon in der Eisenzeit erschlossenen Salzvorkommen auf dem Dürrnberg brachten den Menschen erheblichen Wohlstand, was anhand der bedeutenden Funde belegt ist. Den Kelten brachte der Salzabbau  großen Reichtum, der sich auch in dem kunstvoll gearbeiteten Schmuck zeigt. Durch Reste von gefundenen Nahrungsmitteln und deren Untersuchung kann man heute genau bestimmen, wie die Menschen sich damals ernährt haben und von welchen verschiedenen Krankheiten sie befallen waren. Trotzdem erreichten sie ein relativ hohes Alter, zwischen 40 und 70 – 80 Jahren. Bereits im 16. Jh. fand man die„Zwei Männer im Salz“, durch konservatorische Bedingungen im Salzbergwerk erhaltene Leichen von unter Tage ums Leben gekommenen vorgeschichtlichen Bergmännern.  Zur Zeit befindet sich im Museum eine Sonderausstellung zur Himmelsscheibe von Nebra, die ebenfalls besichtigt werden konnte. Diese Himmelsscheibe ist ein Beleg für die erstaunlichen astronomischen Kenntnisse der Menschen in der Bronzezeit.   

Als Dank für die interessante Führung erhielt Dr. Wendling vom 1. Vorsitzenden ein Geschenk mit Oberaudorfer Bezug. 

 

Die Exkursion wurde mit der Fahrt zum Dürrnberg fortgesetzt.


Dr. Irlinger erläutert den Ausgrabunsbereich der keltischen Siedlung am Dürrnberg bei Hallein


Am Dürrnberg angekommen erläuterte zunächst Dr. Irlinger die Topografie und die dort gefundenen Gräber und Grabhügel, welche von den Kelten in der Nähe ihrer Wohnstätte errichtet und teilweise mehrfach mit Toten besetzt wurden. 

Diesen wurden überaus wertvolle Grabbeigaben  mitgegeben, damit die Verstorbenen im Jenseits ein gutes Leben haben sollten. Diese Gegenstände zeigten aber auch den Wohlstand derjenigen, die ihre Angehörigen hier bestattet haben. In unmittelbarer Nähe zur keltischen Grabanlage haben die Archäologen ein keltisches Dorf nachgebildet, das man besichtigen kann.

 

 

Besichtigung eines nachgebauten keltischen Dorfes am Dürrnberg


In den einzelnen Gebäuden, bestehend aus einem Steinfundament und darauf aufgesetzten Holzbalkenwänden, werden unterschiedliche Alltagssituationen im keltischen Leben dargestellt. 


Nachgestelltes Bestattungsritual eines keltischen Fürsten


Das Mittagessen mussten sich die Exkursionsteilnehmer mit einem kurzen, aber anstrengenden Aufstieg zum Lokal verdienen, was der guten Laune jedoch keinen Abbruch tat. Nach dieser Stärkung und der Besichtigung der Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Dürrnberg aus dem 12. Jh. ging es weiter über Bad Reichenhall zum Karlstein, den es ebenfalls zu erwandern galt.  Dr. Irlinger erläuterte in der Natur im Detail die Siedlungsfunde und die dort gefundenen Wohnstätten. 


Besichtigung des ehemaligen Ausgrabungsbereiches der Keltensiedlung am Karlstein bei Bad Reichenhal


Hier am Karlstein unterscheidet sich die Lage der keltischen Siedlung insofern gegenüber derjenigen vom Dürrnberg, als sie sich an einen schützenden Felsrücken lehnt und entlang des Transportweges angeordnet ist.  

Als gebürtigem Reichenhaller war es dann Dr. Irlinger ein Leichtes, dem einhelligen Wunsch aller Teilnehmer nach einem abschließenden Biergartenbesuch nachzukommen. Er führte den Bus zielsicher zum benachbarten Thumsee, wo alle das Erlebte Revue passieren lassen konnten. Danach ging es bestens erholt zurück nach Oberaudorf. Auf der Rückfahrt bedankte sich Norbert Schön im Namen aller Teilnehmer bei Dr. Irlinger für diesen interessanten und ereignisreichen Tag. Dr. Irlinger lud dann noch die Anwesenden zur „Tagung BLfD und Gesellschaft für Archäologie in Bayern“ vom 26. bis 28.Oktober in Oberaudorf ein und verabschiedete sich mit Dank für das große Interesse der Mitglieder und Gäste des Historischen Vereins Audorf. 


 

Vortrag „Welch tiefes Summen, welch heller Ton - Von der Geschichte, Kunst und Magie der Glocken“ 

Die zahlreich erschienen Zuhörer begrüßte Norbert Schön, 1. Vorsitzende des Historischen Vereins Audorf, am 19. Februar im evangelischen Gemeindesaal zu einem Vortrag von Georg Impler über die Geschichte, Kunst und Magie der Glocken. Georg Impler hat zehn Jahre lang die BR Kulturredaktion „Zwölfuhrläuten“ betreut und ein Buch mit dem Titel „Glockenland- Bayerns klangvollste Kirchengeläute“ verfasst.   Gespickt mit reichhaltigen Zitaten aus der Weltliteratur, passend zum Thema des Vortrages, gelang es dem Referenten Georg Impler mit seinem rund zwei stündigen Vortrag, die vielzählig vertretene Zuhörerschaft in die Magie der Glocken zu entführen. So bezieht sich das Zitat im Titel des Vortrags „Welch tiefes Summen, welch ein heller Ton“ auf den Ostergesang in Goethes Faust.

 

Georg Impler bei seinem Vortrag im evangelischen Gemeindesaal in Oberaudorf

Glocken faszinierte der Referent. Um das Ganze noch erlebbarer zu machen, präsentierte Georg Impler imposante Klangbeispiele berühmter Glocken. Unter ihnen die sogenannte „Gloriosa“ aus dem Geläut des Erfurter Domes, die im Jahre 1497 gegossen wurde. Auch sie ist ein Beweis dafür, dass, so Georg Impler, trotz modernster Technik die Klangqualität der Glocken in den vergangenen 500 Jahren nicht mehr verbessert werden konnte.Georg Impler erläuterte das Wesen der Glocken unter den unterschiedlichsten Aspekten, wie zum Beispiel der Geschichte der Glocken (u.a. beim Leichenzug Alexander des Großen), dem Klang und dem Guss der Glocken, der Glockenzier, dem Klöppel, den Totenglocken, den Glockentürmen, den Glocken im Krieg, der Glockenweihe und so weiter.  Besonders interessant war natürlich für die Zuhörer, was Georg Impler über die Oberaudorfer Kirchenglocken erzählen konnte: Es handelt sich um ein klangvolles fünfstimmiges Geläut, das 1949 in Erding gegossen wurde und für die Gemeinde Oberaudorf damals eine bedeutende Anschaffung war.Da passte es dann ganz gut, dass der 1. Vorsitzende, Norbert Schön, im Rahmen der angeregten Diskussion ein Foto des Vereinsmitgliedes und Ortschronisten Josef Obermaier präsentieren konnte, das den Abtransport der Glocken aus der Oberaudorfer Kirche „Zu unserer lieben Frau“ und vom Nußlberg im Kriegsjahre 1917 zwecks Einschmelzung und Verarbeitung zu Waffen zeigt. 


 Abtransport der Oberaudorfer Kirchenglocken im Jahre 1917